Der Höhepunkt (oder die Blase) der Preise für gebrauchte Uhren lässt sich genau definieren. Im April 2022, während und unmittelbar nach der Uhrenmesse „Watches and Wonders“, erreichten die Preisindizes für gebrauchte Luxusuhren ihren Höchststand und Rekordwerte. Wie bei anderen Anlageklassen, etwa Aktien und Kryptowährungen, folgt auf die Euphorie stets ein Rückgang, und Uhren bildeten da keine Ausnahme.
Fast zwei Jahre sind vergangen, und der Abwärtstrend hält immer noch an. Handelt es sich immer noch um die Korrektur einer überhitzten Blase oder steht uns ein fundamentalerer Abschwung bevor? Ich weiß es nicht, aber die Charts des Watch Market Index (von Watchcharts.com) und von Chronopulse (von Chrono24) geben einen guten Überblick über die Marktlage. Insgesamt geht es rückläufig zu, aber ich habe drei Uhren gefunden, deren Wert aktuell steigt.
2- und 3-Jahres-Index WatchCharts und Chrono24
Zunächst betrachtete ich den längerfristigen Zeitraum. Sowohl Watch Charts als auch Chrono24 zeigen den Höchststand im April 2022 deutlich an. Chrono24 arbeitet mit einem Index, und der aktuelle Wert (1399) deutet auf einen Rückgang von 24 % gegenüber dem Höchststand von 2022 (1820) hin. Dieser Wert basiert auf einem Durchschnitt aller erfassten Marken und Modelle. Der Rückgang bei Watch Charts ist mit rund 40 % sogar noch deutlicher. Betrachtet man den kürzeren Zeitraum und konzentriert sich auf die Entwicklungen der letzten zwölf Monate, verliert der Höchststand von 2022 an Bedeutung, was zu einem moderateren Rückgang führt. Chrono24 wies vor einem Jahr einen Indexwert von 1464 aus, verglichen mit 1399 aktuell – ein Rückgang der Marktpreise um 5 %. Watch Charts verzeichnete einen Rückgang von 71.033 auf 64.406, fast 10 %. Ungeachtet einer detaillierteren Analyse ist die Richtung klar: Gebrauchte Luxusuhren haben in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt an Wert verloren.

Chronopulse von Chrono24 – Marktübersicht 2021–2024
Welche Marken gewinnen und welche verlieren?
Natürlich werfen wir zunächst einen Blick auf Rolex. Obwohl neue Modelle weiterhin über dem Einzelhandelspreis verkauft werden, musste die Marke in den letzten zwölf Monaten einen Wertverlust von 6,4 % hinnehmen. Sammlerlieblinge wie Patek Philippe und Audemars Piguet schnitten sogar noch schlechter ab und verzeichneten Rückgänge von 12,3 % bzw. 11,4 %. Ein Blick auf die Liste zeigt, dass nur wenige Marken ihren Indexwert im vergangenen Jahr steigern konnten. Tatsächlich erzielten lediglich zehn Marken einen positiven Indexwert, darunter Junghans, Frederique Constant, Glycine, Certina und Hamilton als Spitzenreiter. Mir ist bewusst, dass der Handel mit diesen Marken deutlich eingeschränkter ist, was das Ergebnis beeinflusst, doch die Richtung ist eindeutig: Die wichtigsten Marken im Uhrensammlersegment befinden sich weiterhin im Abwärtstrend.

Marktübersicht von Watchcharts.com 2021-2024
Drei Uhren, deren Wert steigt
Wenn der Indexwert einer Marke sinkt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass alle Modelle an Wert verlieren. Das bekannteste Beispiel ist wohl die Rolex GMT-Master „Pepsi“, deren Wert laut Watch Charts im vergangenen Jahr um 1,4 % und im Chronopulse-Index sogar um 4,5 % gestiegen ist. Ausnahmen bestätigen die Regel, und die Nachfrage nach der Pepsi steigt weiter. Weitere Beispiele, die jetzt eine gute Investition sein könnten:
1) Jaeger-LeCoultre Reverso Duoface














